Was geschah am 28. Februar 2026 in Minab, und wer ist verantwortlich? Hier stehen die wichtigsten Untersuchungen von Journalistinnen, Forschungsgruppen und Menschenrechtsorganisationen. Jede Aussage ist der jeweiligen Stelle zugeordnet.
Was die Untersuchungen übereinstimmend zeigen
Die Schule war ein eigenes, abgegrenztes Gelände mit Kindern im Unterricht; Hinweise auf eine militärische Nutzung fanden die Untersuchenden nicht.
Die eingesetzte Waffe war ein US-Marschflugkörper vom Typ Tomahawk; mehrere unabhängige Untersuchungen kommen zu dem Schluss, dass die USA den Angriff ausgeführt haben.
Als Ursachen werden veraltete Zielinformationen, zu wenig Zeit für die Prüfung, gekürzter Zivilschutz und Vertrauen in KI-Systeme genannt.
156 Menschen wurden getötet, darunter 120 Kinder. Rechenschaft ist bis heute ausgeblieben.
Die Untersuchungen im Einzelnen
Al Jazeera
Frühe Auswertung: Angriff wahrscheinlich gezielt
Al Jazeera wertete erste Bilder und Lageinformationen aus und hielt eine gezielte Bombardierung für wahrscheinlich. Die Schule lag neben einem Gelände der Revolutionsgarden.
Methode: Bild- und Lageanalyse
Nur über Sekundärübersicht bekannt · Original noch zu prüfen
HRW stellt fest, dass die Schule vom benachbarten Militärgelände getrennt war, und fand keine Hinweise auf eine militärische Nutzung. HRW fordert, den Angriff als mögliches Kriegsverbrechen zu untersuchen.
Bellingcat geolokalisiert ein Video von Mehr News und identifiziert den Flugkörper als US-Tomahawk, der ein Gebäude neben der Mädchenschule traf. Rauch über der Schule zeigt, dass es bereits zuvor einen Einschlag gab.
Amnesty ordnet den Angriff den USA zu, nennt 156 Getötete, darunter 120 Kinder, und fordert Rechenschaft. Der Bericht nennt die Grenzen unabhängiger Prüfung.
Amnesty schreibt, das US-Militär sei für den Tod von mehr als 150 Menschen verantwortlich, darunter 120 Kinder. Ob künstliche Intelligenz bei der Zielauswahl eingesetzt wurde, sei weiter unbeantwortet.
Über viereinhalb Monate rekonstruierten Sky News und Forensic Architecture Einschläge, Zeitablauf und die Berichte von Überlebenden, Eltern und Helfern in Minab. Sky kommt zu dem Schluss, dass alle Belege auf die USA als Verantwortliche hinweisen.
Methode: 3D-Rekonstruktion, Interviews vor Ort
Nur über Sekundärübersicht bekannt · Original noch zu prüfen
Laut Beamten, die an internen Untersuchungen beteiligt waren, war der Angriff kein einzelner Fehler, sondern eine Kette von Entscheidungen: wenig Zeit zur Zielprüfung, Lücken in den Informationen, gekürztes Personal für den Schutz von Zivilisten und zu großes Vertrauen in KI. Die Unterzeile nennt 123 getötete Kinder.
Methode: Investigativer Bericht, Quellen im Pentagon